Image for post
Image for post

HAMBURG DIGITAL SPEZIAL

In der vergangenen Woche wurde über Hamburg viel geschrieben. Der “Spiegel kürte unsere Stadt zur Hauptstadt. Das “Manager Magazin” hielt dagegen, Hamburg sei keine Perle. Und die Startup-Zeitung “Berlin Valley” griff mit einem Frikadellen-Brötchen daneben. Wie ist Hamburg wirklich? Wo schlummern echte Chancen? Und was sollten wir uns ersparen?

Wir sprechen regelmäßig mit Existenzgründern, Unternehmern und Interessenvertretern. Dabei treibt uns der Wunsch für ein “New Hamburg” — über Promotion und Politik hinaus. Wir sehen in Hamburg Entwicklungen, die mehr als hoffnungsvoll sind. Eine gute Gelegenheit, den Hype und heisse Luft gegen Pragmatismus und Perspektiven einzutauschen. Ein Hamburg Digital Spezial:

Foto: Stefan Kny Es scheint so, als sei man sich an einigen Stellen unserer Stadt nach wie vor genug, denn die aktuelle Lage an Alster und Elbe wirkt immer noch sicher — im Vergleich zu einem abgebrannten Ruhrgebiet und einer niemals wieder aufgebauten Industriestadt Berlin. Für die Herausforderungen der Digitalisierung ist jedoch eine Zukunftsvision gefragt, wie sie mit der Metropole Hamburg als “Wachsende Stadt” von 2001 bis 2008 bereits gelebt wurde — der Grundlage für heutige Leuchttürme, wie Elbphilharmonie und Hafencity.

In den folgenden Absätzen beleuchten wir ausgewählte Themen, wie Mentalität und Kultur, Startups und Mittelstand, Hafen und Digitalisierung sowie Politik und Perspektiven, wie sie sich uns in Gesprächen mit Insidern und der Recherche vor Ort zeigen. Es ist eine Momentaufnahme ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Wir möchten mit den folgenden “Perspektiven für Erwachsene” jedoch einen positiven Impuls setzen.

Digitale Kooperationen statt alter Klassenkampf.

Statt über goldene Manschettenknöpfe und 500 Hamburger Stiftungen zu philosophieren, sollten wir konstruktiv überlegen, wie Hamburg in ein hanseatisches Morgen geführt werden kann. Dazu zählt z. B. die neue “Hamburger Plattform” zur kulturellen Vernetzung der Kreativwirtschaft mit anderen Branchen, die begonnene Vernetzung junger und etablierter Firmen durch Interessenvertretungen und vielleicht auch die von HANSEVALLEY initiierte Hamburg Digital Community mit 100 Corporate-Innovatoren.

Wir sollten noch stärker auf den Zukunftsfaktor Wissenschaft setzen. Das Engagement von Bucerius Law School, HSBA und Kühne Logistics University, die Digitalthemen in Think Tanks, Digital Labs. Professuren, Studiengängen und Kooperationen voranzutreiben, ist genau richtig. Die Initiativen für die praktische Forschung an 3D-Druck und Industrie 4.0 durch DLR und Fraunhofer bieten erfolgversprechende Perspektiven. Zudem ist Exzellenz auch in Universitätsausgründungen gefragt. Hier zeigt uns Lüneburg, wie es geht.

Regionale Startupcity ohne globale Strahlkraft.

Image for post
Image for post

Titelblatt Sonderbeilage Hamburg
Startup-Zeitung “Berlin Valley”
Beheizbare Einlegesohlen für Kiezarbeiterinnen, Schwangerschaftsslips für werdende Startupmuttis, elektrische Fahrradanhänger für den Kleinkindtransport und koffeingeschwängerte Gummibärchen als Grundnahrungsmittel dürften womöglich einen Pivot erfordern, um in einer digital-vernetzten Hansestadt Sinn zu stiften. Die Leistungen engagierter Gründer haben z. Zt. doch nur die Strahlkraft, wie der Schiffsanleger in Wilhelmshaven für den Welthandel.

Die Erklärung eines nicht immer tiefenentspannt wirkenden “Leitartiklers” in der Werbebeilage der regionalen Startup-Zeitung “Berlin Valley” zeigt eine vermeintliche Qualität des Mikrokosmos zwischen Schanzenviertel und Harburger Hafen: Wer die Worte ernst nimmt könnte den Eindruck gewinnen, der USP des Ökosystems bestünde aus einem Bahnticket nach Berlin. Hamburger Perspektiven für Investitionen in chancenreiche Jungunternehmen sehen womöglich doch etwas anders aus.

Offene Familienunternehmen statt VC-Wetten.

Die Stärke interessanter Hamburger Startups liegt im B2B-Sektor. Die Förderung dieser Jungunternehmen zusammen mit etablierten Playern dürfte die größten Chancen haben, neue Ideen, kluge Köpfe und interessante Produkte für die Wirtschaftshauptstadt zu generieren — fernab der Kategorie “Küche, Kirche, Kinder” und eines irrealen VC-Wettzirkus. Zahlreiche Akteure arbeiten daran, die neuen Brücken zwischen lösungsorientiertem Nachwuchs und regionalen, aufgeschlossenen Akteuren zu bauen.

So wichtig die US-Internet-Riesen Dropbox, Facebook, Google, Snap, Twitch, Twitter und Yelp für den Arbeitsmarkt in Marketing und Management des “Elbvalley” Hamburg sind, für die Entwicklung der sich wandelnden Metropole spielen vor allem zukunftsgewandte Familienunternehmer und innovationsbereite Großunternehmen eine entscheidende Rolle. Und die haben den Ruf gehört, sich um den Kulturwandel und die Zukunft zu kümmern, wie uns ein Verbandsvertreter bestätigt.

Tabuthema Hafenlogistik und digitale Wahrheiten.

Image for post

HHLA-Terminals Buchardkai (vorn) und Tollerort (hinten)
Foto: HHLA / Thies Rätzke Der Hafen steht seit der Finanzkrise 2008 ununterbrochen unter Druck. Unter dem Dach manch einer Reederei brennt es mittlerweile lichterloh. Die Krise der Containerschifffahrt schlägt sich in den Bürgschaften für die HSH Nordbank nieder. Die weltweiten Probleme des Containergeschäfts, die hausgemachten Probleme der Elbvertiefung, die Verschiebung der Handelsströme und die additive Produktion an dezentralen Standorten erhöhen den Druck.

So wichtig die Logistik für Hafenstadt und Metropolregion ist, so sicher ist es zugleich, dass der wirtschaftliche Motor künftig nicht mehr in erster Linie im Hamburger Hafen schlagen wird, so sehr der Wunsch die Politik noch dominiert. Die Initiativen von “Digital Hub Logistics” über “Digital-Space Hammerbrooklyn” bis “Nationalem Maritimen Zentrum” sollten nicht dazu verleiten, die Lage zu verklären und an der einen oder anderen Stelle mit Startups zu verniedlichen.

Digitale Produktion und ein digitalisierter Hafen.

Wir haben HHLA-Chefin Angela Titzrath gefragt, ob sie sich bereits auf eine “Hamburger Hafen-, Logistik- und Produktions-AG” vorbereitet. Die Zukunft der internationalen Dienstleistungen in der Freien und Hansestadt wird mit neuen, zukunftsweisenden Technologien und damit verbundenen, industriellen Kernen einhergehen. Von der Seefahrerromantik wird außer Schiffsankern, Signalhörnern und mehr oder weniger umweltfreundlichen Kreuzfahrern nicht mehr viel bleiben.

Mit Industrie 4.0 und digitalisierten Dienstleistungen in der Logistikregion, mit 3D-Druck und digitaler Produktion am Luftfahrtstandort, mit Next Reality und digitalen Dienstleistungen in der Medienhauptstadt sowie mit E-Health und digitalen Dienstleistungen in der Gesundheitsmetropole hat unsere Stadt gleich 4 chancenreiche Wege, die Zukunft zu meistern — auch wenn viele Teilbranchen und Firmen, Mitarbeiter und Arbeitsplätze von erheblichen Umbrüchen betroffen sein werden.

Die ehrbare Zukunft der digitalen Hansestadt.

Image for post
Image for post

Handelskammer Innovation Campus mit HSBA
Foto: HANSEVALLEY Der womöglich größte Schatz und die vielleicht wahre Chance der Freien und Hansestadt ist der größte Kritikpunkt der “Kammer-Rebellen”: Der ehrbare Kaufmann. Es geht um faires, mitmenschliches Handeln — zugleich die größte Kritik an der digitalen Plattform-Ökonomie. Die 500-jährige Tradition entwickelt sich zum Alleinstellungsmerkmal, dass durch Hardware, Software und Services nicht so schnell abgelöst werden kann.

Die Hamburger Wirtschaftshochschule HSBA lehrt ihren rd. 900 Studierenden den ethischen Grundsatz der Fairness. Damit könnte Sie neben der Vereinigung Eines Ehrbaren Kaufmanns einen entscheidenden Grundstein legen, den Hamburg als Wirtschaftsmetropole von New York und Singapur unterscheidet, als “Second City” von Barcelona und Mailand abhebt und als deutsche Metropole von Berlin, Köln und München differenziert.

Die Protagonisten in Rathaus, Kammer und Kontoren sollten sich bewusst sein, dass es in der vernetzten Welt keine schützende Hammaburg mehr gibt. Ein langjähriger Unternehmer sieht Hamburg bereits auf dem Weg in “Berliner Verhältnisse” — einer Touristenmetropole ohne zukunftsweisende Wirtschaft. Wir sollten die Fehler West-Berliner Subventionspolitiker vermeiden, und unsere Stadt mutig in die digitale Wirtschaftszukunft führen.

Dies ist eine Aufgabe engagierter Politiker in Koalition und bürgerlicher Opposition, wie in Kammern und Verbänden. Ein “Weiter so” einzelner Protagonisten aus der Internet-Hochburg vergangener Tage dürfte angesichts der zu erwartenden Sturmflut nicht ausreichen, um zu überleben. Vielleicht ist es an der Zeit, dass eine neue Generation Pragmatiker neue Partnerschaften für ein digitales Hamburg entwickeln.



Ihr Hamburg Digital Marketing _____________________________________________

Willkommen bei HANSVALLEY — dem erfolgreichen Hamburg Wirtschaftsmagazin:

  • HANSEVALLEY wird gelesen — in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft.
  • HANSEVALLEY wird zitiert — in Medien, Pressearbeit und Marketing.
  • HANSEVALLEY wird gefragt — von Entscheidern, Kammer und Senat.

Werden auch Sie Partner von HANSEVALLEY — dem Hamburg Digital Magazin:

  • Nutzen Sie die tägliche Reichweite der erfolgreichen HANSENEWS.
  • Erreichen Sie den Mittelstand mit unseren HANSECHAMPIONS.
  • Vernetzen Sie sich mit Ihren neuen Kunden bei NEXTHANSE.

Sprechen wir über Ihre besonderen Chancen in einem exklusiven Umfeld:

Fragen Sie nach den aktuellen Willkommensangeboten!

Originally published on Blogger

Get the Medium app

A button that says 'Download on the App Store', and if clicked it will lead you to the iOS App store
A button that says 'Get it on, Google Play', and if clicked it will lead you to the Google Play store