Oder: Wer plündert hier das Hamburger Steuersäckel?

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Den Schein wahren … und manchmal auch die Scheinchen:
Der rot-grüne Hamburger Senat 2020–2025
Foto: Senatskanzlei Hamburg

Knapp 50 Mio. € Fördersumme für staatliche Startup-Förderprojekte in gerade einmal drei Jahren. Fast 60 Experten für Beratung, Ausgründung, Transfer und Finanzierung von Startups und ihren Innovationen an Alster und Elbe. Aber: Ein “Innovations- und Wachstumsfonds” mit geplanten 100 Mio. € Volumen, der nach fast 5 Jahren abgeblasen wird. Willkommen im Startup-Universum hinterm Deich.

Was ist aus der 2014 für dieses Jahr versprochenen “Innovationsregion” des SPD-geführten Senats geworden? Warum musste der viel beschworene Investitionsfonds für Startups scheitern? …


Oder: Die Fehlgeburt des Hamburger Innovations- und Wachstumsfonds.

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Wirtschaftssenator Michael Westhagemann gibt den Startschuss für “Be your pilot”.
Foto: Hamburg Innovation

100 Mio. € für einen Innovationsfonds, der nie kommen wird. Mehr als 50 Mio. € in den vergangenen drei Jahren, die die Stadt für ihre Beratungs- und Förderangebote ausgegeben hat. Dazu fast 60 Mitarbeiter und Experten, die über 1.300 Hamburger Startups im Zweifelsfall ratlos ohne finanzielle Hilfe alleine lassen. Das sind die Fakten des nur noch drittgrößten Startup-Standorts der Republik.

HANSEVALLEY hat die Aussagen von staatlichen Vertretern und die öffentlichen Zahlen und Daten einem erhellenden Faktencheck unterzogen. Ergebnis: Mindestens einer sagt hier die Unwahrheit — und produziert womöglich Hamburger Fakenews. …


Henning Fehrmann: Empowerment statt Mikromanagement für Hamburg.

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Technologie-Unternehmer und Mittelstands-Vertreter: Henning Fehrmann.
Foto: Die Familienunternehmer e. V.

91.000 Menschen waren im Juli in Hamburg ohne Arbeit, 8,5% aller Beschäftigten, der höchste Stand seit 15 Jahren. Mit der Corona-Krise sind 368.000 Menschen in 24.000 Betrieben in Kurzarbeit geraten, mehr als 1/3 aller versicherungspflichtig Beschäftigten. Die Krise schlägt durch: Einzelhandel, Gastronomie und Dienstleistungen sind schwer getroffen, der Hafenumschlag ist um 12% eingebrochen.

Hamburg ist Kaufmannsstadt und Warendrehscheibe. Doch Handel und Hafen haben sich bis heute nicht digitalisiert. Corona wird zum Brennglas — und zum Brandbeschleuniger des Umbruchs. …


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Die Corona-Krise hat den Vormarsch des E-Commerce beschleunigt.
Foto: Mark König, Unsplash

Bis zu 40% Umsatzeinbruch des Einzelhandels in der Hamburger Innenstadt. Krisensitzungen der Top-Manager beim Shoppingcenter-Betreiber ECE in Poppenbüttel. Die Krise hat Hamburgs Wirtschaft voll erwischt. Was können kleine und mittlere Unternehmer jetzt tun? Wie können Sie Ihr Geschäft ins Internet verlegen? Unser Autor ist Hamburger Unternehmer, Inhaber einer E-Commerce-Agentur und teilt sein Wissen, wie man mit E-Commerce Schritt für Schritt aus der Krise kommen kann. Ein Hanse Digital Gastbeitrag von Marvin de Vries:

Das bisherige Jahr ist durch COVID-19 eines der schwierigsten Jahre für kleine und mittelständische Unternehmen, aber auch für große Unternehmen. Die wirtschaftliche Nachfrage ging in sehr vielen Branchen enorm zurück. …


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Digitalunternehmer und Visionär: Peter F. Schmid, Visable
Foto: Visable

Seit mehr als vier Monaten befinden wir uns durch die Corona-Krise in einem weltweiten Ausnahmezustand. Zahlreiche Unternehmen und ganze Branchen bangen um ihre Existenz. Peter F. Schmid ist CEO von “Visable”, dem Dach der europäischen B2B-Plattform “Europages” und des deutschen Marktführers im Bereich digitaler B2B-Marktplätze “Wer liefert was“ (WLW). Der Vorsitzende der Landesfachkommission Internet und Digitale Wirtschaft des Wirtschaftsrats Hamburg beobachtet die Situation von Beginn an und identifiziert sieben eindeutige Entwicklungen. Ein Gastbeitrag von Peter F. Schmid:

Das IfO-Institut prognostiziert bereits eine Insolvenzwelle für die kommenden Monate. In diesen Zeiten zeigt sich so deutlich wie noch nie, dass KMU ohne den Einsatz von digitalen Tools vor dem Aus stehen. …


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Der Schein trügt: Stolze Flaggen vor der Otto-Zentrale in Bramfeld.
Foto: HANSEVALLEY

Eine Otto.de-Supporterin zickt am Telefon: “Sie hätten ja nicht bei uns zu kaufen brauchen”. Otto Asset-Geschäftsführer Tarek Müller pöbelt auf Facebook: “Auch wir hatten Interaktion mit ihm. Da war ich fassungslos über Umgangsform, Verhalten und Geltungsbedürfnis.” Otto Group-Sprecher Thomas Voigt betreibt gleich direkt Verleumdung: “Ihre Mails sind nun schon seit Jahren von Verunglimpfungen gegenüber führenden Persönlichkeiten des Konzerns oder den Kommunikationsverantwortlichen geprägt.” So reden Otto Group-Mitarbeiter bis heute öffentlich über Kunden und Multiplikatoren — ohne die Behauptungen zu belegen. Willkommen in der Welt der Otto Group. Willkommen in Bramfeld.

Kunden anpöbeln oder Journalisten verunglimpfen zeigt, wie man hier denkt. Und damit zeigt man, wie man agiert. Unabhängig der vorsätzlichen Pöbeleien bringt eine Tatsache auf den Punkt, worum es dem Hamburger Otto-Personal nur noch geht: “Assets”. Das ist der Fachbegriff der Finanzindustrie u. a. für Unternehmensteile oder Geschäftsbereiche. Die Absolventen von privater FH Wedel oder HSBA denken nicht etwa an Kunden, sondern an “Assets”. Genau diese BWL- und Berater-Denke macht hemmungslose Pöbeleien gegenüber denjenigen möglich, die für das Unternehmen entscheidend sind — nämlich Kunden und Multiplikatoren (vgl.


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Nur ein Betrüger unter Deutschlands Wirtschaftsunternehmen: Wirecard. — Foto: Leo Molatore, Lizenz CC BY-SA 2.0

Blamage! Betrug! Beschiss! Die Kraftausdrücke zum “Wirecard”-Desaster können nicht kräftig genug sein. Schummelei! Sauerei! Skandal! Die Kommentatoren der Wirtschaftspresse haben alle Hände voll zu schreiben. Zumindest für ein, zwei Wochen — bis der nächste Aufreger übern Hof gejagt wird. Anders ausgedrückt: Der Beschiss ist an der Tagesordnung. Beispiele? Kursbetrug durch die “Deutsche Bank”. Abgasbetrug durch “Volkswagen”. Und jetzt Bilanzbetrug durch DAX-Neuling “Wirecard”. Wir alle sind ein Stück “Wirecard” — jeden Tag, jeden Monat, jedes Jahr:

In Gesprächen mit unserer Frankfurt-Korrespondentin Yvonne Hess kam die langjährige Bankerin und Finanzmarkt-Expertin immer wieder zu einer rhetorischen Frage: ‘Wieso gibt es Wirecard immer noch?’ Nein, wir wissen als Digitalmagazin nicht mehr, als die britischen Kollegen der “Financial Times” und wir versuchen auch nicht, die Arbeit der Hamburger Kollegen von “finanz-szene.de” …


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Handels- und Logistikmetropole an der Elbe: Freie und analoge Stadt Hamburg.
Foto: Bernd Staerck, Pixabay

195 mal taucht das Wort “digital” im neuen Koalitionsvertrag von Rot-Grün für Hamburg auf. Auf 205 Seiten stellen die Koalitionäre ihr Programm für die Senatspolitik der Jahre 2020 bis 2025 vor. HANSEVALLEY hat die digitalen Ideen, Konzepte und Pläne von SPD und Grünen in einer journalistische Analyse offengelegt. Landeskorrespondent Gerd Kotoll ordnet das vermeintliche Leitthema des neuen Senats neben Klimaschutz und Verkehrswende ein.

Dass man zum Abschluss eines langen Vertrages blumige Worte findet, ist üblich und zu erwarten. Leider war es ebenso erwartbar, dass diese Worte mit der Realität wenig zu tun haben. Von der Blumigkeit bleibt das schnelle Verwelken der inhaltlichen Relevanz der Worte. Hinzu kommt, dass die digitalen Innovationen — und was man im Senatsgehege dafür hält — unter einem allgemeinen Finanzierungsvorbehalt stehen. …


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Der rot-grüne Koalitionsvertrag 2020: Hamburg in der digitalen Glaskugel.
Foto: Moritz Kindler, Unsplash

Die neue rot-grüne Koalition im Rathaus hat am Dienstag ihren Koalitionsvertrag vorgestellt. Die Digitalisierung an Alster und Elbe findet sich in 195 Erwähnungen wieder. In der Präambel erklären die Fraktionsspitzen zu den Herausforderungen durch die digitale Transformation: “Als Zukunftsstadt nutzen wir die Chancen der Digitalisierung und etablieren Hamburg als Standort für gute Bildung und für Spitzentechnologie aus Zukunftsbranchen.”

Die Hanse Digital Redaktion hat die 205 Seiten in einer journalistischen Analyse auf die Themen Digitalisierung, Informations- und Kommunikationstechnologien sowie Innovationen durchgearbeitet und in einem Deep Dive die digitalen Aspekte nach Themen und Ressorts des rot-grünen Senats aufgearbeitet. …


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So hat sich Hamburg noch 2016 in Göteborg selbst vermarket.
Foto: Hamburg Marketing Mediaserver / Hamburg Convention Bureau

Er geht. Johannes Kahrs will und darf nicht mehr. Der SPD-Strippenzieher nimmt seinen Hut. Eine viel diskutierte Personalie ist Geschichte. Ich habe den Geldbeschaffer für SPD-Prestigeprojekte nie persönlich kennengelernt. Ich hatte auch kein ein Bedürfnis dazu. Denn Johannes Kahrs gehört zu einer Kategorie Politiker, die in der Hauptstadt mit dem Mauerfall vor 30 Jahren ihre Bedeutung verloren hat. Als Berliner kannte ich Peter Kittelmann, Bundestagsabgeordneter aus Tiergarten, Geldbeschaffer für CDU-Prestigeprojekte, graue Eminenz hinter einem Regierenden Bürgermeister mit “fliegenden” Kreisverbänden. Kahrs wie Kittelmann stehen für eine Generation von Strippenziehern in Hinterzimmern.

Als ich im Sommer 2016 nach Hamburg kam, ahnte ich eines nicht: Bis zur Corona-Krise funktionierte die Freie und Hansestadt wie die Mauerstadt Berlin. Eine Einheitsgemeinde, in der sich Lokalpolitiker, Baulöwen, Banker und Polizeipräsidenten im Puff trafen. Als Redakteur beim einflussreichsten Radiosender der Neunziger war ich mittendrin, nicht nur dabei: Pressetermin in genau jenem Puff am Olympiastadion, Audienz bei genau jenem Banker, der Immobilienkredite auf Empfehlung des “Regierenden” vergab und mit politischen “Freunden”, die schon mal eine Pressekonferenz verschoben, bis das Hauptstadtradio auch da war. …

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HANSEVALLEY

Das Hanse Digital Magazin berichtet über die Digitalisierung in Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft Norddeutschlands — unter http://www.hansevalley.de/

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